Machbarkeitsstudie im Auftrag

Herkulesbahn steht im Koalitionsvertrag: Schwarz-Grün will Reaktivierung

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Blick zurück: Die Herkulesbahn auf dem Weg zum Herkules.

Seit Jahren wird über die Reaktivierung der Herkulesbahn debattiert. Jetzt steht das Projekt im neu geschlossenen Koaltionsvertrag der Hessischen Landesregierung.

War die Bahnverbindung zu Kassels Wahrzeichen bislang aber vor allem eine kühne Vision, wird sie nun immer wahrscheinlicher. Dafür sorgt nicht zuletzt der in Wiesbaden geschlossene schwarz-grüne Koalitionsvertrag, in dem die Umsetzung der Herkulesbahn verankert wurde.

In dem Papier, das CDU und Grüne Ende Dezember unterzeichnet haben, heißt es auf Seite 131 wortwörtlich: „Um die Mobilität in ländlichen Räumen weiter zu verbessern, wollen wir die geplante Reaktivierung von Schienenstrecken wie Lumda-, Horloff- oder Aartalbahn sowie Herkulesbahn (für touristische Zwecke) umsetzen.“ Damit haben sich die Koalitionäre für die fünfjährige Legislaturperiode ganz klare Ziele gesetzt.

„Wir freuen uns sehr über die klare Aussage im Koalitionsvertrag. Auch wenn die Bahn damit noch nicht gebaut ist“, sagt Peter Klemt, Vorsitzender des Fördervereins Neue Herkulesbahn.

Auch sonst ist das Projekt ins Rollen gekommen. So hatte Rot-Grün im Kasseler Rathaus Ende Oktober beschlossen, die bestehende Machbarkeitsstudie zur Herkulesbahn aus dem Jahr 2010 zu aktualisieren. Diese soll die touristischen Potenziale der umweltfreundlichen Erschließung des Welterbe-Bergparks aufzeigen. Zudem sollen die Investitions- und Betriebskosten beziffert werden.

2010 war die KVG für die 3,2 Kilometer lange Verbindung durch das Druseltal von Baukosten in Höhe von 13,4 Millionen Euro ausgegangen. Diese Summe dürfte durch Baupreissteigerungen inzwischen deutlich zu niedrig angesetzt sein.

Blick zurück: Diese undatierte historische Aufnahme zeigt die Herkulesbahn auf dem Weg zum Herkules.

Sobald die aktualisierte Studie vorliegt, will sich die Stadt damit um die Förderung des Landes bewerben. Das Land stellt ab 2020 jährlich 50 Millionen Euro für kommunale Bus- und Bahnvorhaben zur Verfügung.

Auch der Landesbetrieb Hessenmobil hatte der Herkulesbahn im Jahr 2017 in einer internen Untersuchung hohes Potenzial für den Freizeitverkehr und den Tourismus attestiert. Durch den Welterbetitel haben sich die Besucherzahlen am Herkules und im Bergpark deutlich erhöht. Staus und wildes Parken rund um Kassels Wahrzeichen waren in den vergangenen Sommern immer wieder zu beobachten.

Fotos: So war die alte Herkulesbahn

Die Herkulesbahn war von 1902 bis 1966 in Betrieb. Sie verband unter anderem das Druseltal mit dem Herkules. Mit dem Beginn des Ausbaus der Druseltalstraße war die Bahnverbindung Geschichte. Seit dieser Zeit verkehren nur noch Busse auf der Strecke. Die einspurige Strecke wurde zurückgebaut. Die alten Bahnen wurden verschrottet, weshalb bei einer Reaktivierung moderne Bahnen zum Einsatz kämen.

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