Aktion dauerte eine Stunde - Jetzt mit Video

Panne bei Protestaktion in Kassel: Weihnachtsbeleuchtung später ausgeschaltet als geplant

+
Blick auf die Obere Königsstraße in Kassel: Im Bild links ist die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet, im Bild rechts ist sie ausgeschaltet. 

Wegen eines Programmierfehlers sind die Lichter der Weihnachtsbeleuchtung in der Kasseler Königsstraße am Samstagabend erst um 19.26 Uhr ausgegangen. 

Aktualisiert: 9. Dezember, 9.39 Uhr - Der einstündige Ausfall des Lichterglanzes am 8. Dezember war als Aktion der City-Kaufleute (CKL) für Samstagabend ab 19 Uhr geplant. 

Nach einer technischen Panne waren alle Lichter erst um 19.26 Uhr abgeschaltet. Zunächst war nur die Beleuchtung zwischen dem Königsplatz und der Kreuzung Am Stern erloschen. Ursache dafür sei ein Programmierfehler gewesen, wie Sabine Heinemann vom Citymanagement der Stadt Kassel mitteilte. Bis etwa 20.26 Uhr war die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt ausgeschaltet. 

Damit wollte die Händlergemeinschaft ein Zeichen beim Weihnachtsmarktpublikum setzen, sagte CKL-Vorsitzender Alexander Wild: Kaum ein Innenstadtbummler wisse, dass der festliche Lichterschmuck nicht von der Stadt, sondern zu erheblichen Kosten freiwillig von den Kaufleuten bereitgestellt wird. Für Montage, Strom und Wartung müssten die Händler alljährlich rund 70.000 Euro aufbringen. Das werde von Jahr zu Jahr schwieriger, weil sich immer weniger Handels-Akteure an dem Umlageverfahren beteiligten.

Weihnachtsbeleuchtung über der Kasseler Königsstraße.

Weihnachtsmarkt Kassel: Gibt es in der Innenstadt bald keine Weihnachtsbeleuchtung mehr?

Die Organisatoren hätten keine rechtliche Möglichkeit, einen Pflichtbeitrag für den vorweihnachtlichen Lichterschmuck einzufordern, sagt Wild. Wenn die Quote der Nichtzahler weiter steige und es den verbleibenden Unterstützer-Geschäften zuviel werde, „kann es gut sein, dass wir in der Innenstadt eines Tages gar keine Weihnachtsbeleuchtung mehr haben werden“.

Bei der einstündigen Verdunkelungsaktion am Samstag haben die City-Kaufleute mit Flugblättern die Menschen darauf aufmerksam gemacht, welchen teilnehmenden Händlern die atmosphärische Beleuchtung zu verdanken ist. „Wir wollen niemanden an den Pranger stellen“, betonte Wild. Es solle aber dem Urteil der Kundschaft überlassen werden, welche Geschäfte sich für eine schöne Innenstadt engagieren.

Wer sich an der Gemeinschaftsaktion beteiligt, kann laut Wild künftig mit deutlich niedrigeren Betriebskosten rechnen. Denn für 2019 planen die City-Kaufleute, eine komplett neue Weihnachtsbeleuchtung anzuschaffen, die dank LED-Technik 50 bis 70 Prozent weniger Strom verbraucht.

Ab 19.26 Uhr war's dunkel: Die Weihnachtsbeleuchtung auf der Kasseler Königsstraße ging später aus als geplant. 

Stadt beteiligt sich an den Kosten

Vor dem Hintergrund der Protestaktion am Samstagabend betonten Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) und Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne), dass die Kosten dafür nicht allein den Händlern überlassen würden. Für die geplante Anschaffung neuer Lichtbögen werde die Stadt Kassel voraussichtlich rund 100.000 Euro zuschießen, sagten sie. Das wäre etwa ein Drittel der Anschaffungskosten, mit denen die City-Kaufleute rechnen. 

Bereits jetzt, so Nolda, gebe die Stadt jährlich 3000 Euro zu den Betriebskosten des Lichterschmucks hinzu und übernehme weiterhin bestimmte Gebühren, die für Sondergenehmigungen anfallen. 

Eine attraktive Innenstadt lebe vom guten Zusammenspiel zwischen City-Kaufleuten, Dienstleistern und Einzelhändlern, der Stadtverwaltung und den städtischen Gesellschaften, sagte der Stadtbaurat. Die fünf Millionen Euro teure Neugestaltung der Königsstraße sei „ein Beispiel dafür, wie in gemeinsamem Engagement gute Ergebnisse erzielt werden können“. 

Nolda wies darauf hin, dass die dabei erneuerte Straßenbeleuchtung auch einen Lichteffekt-Modus bekommen habe, mit der sich Veranstaltungen in der Innenstadt – auch zum Nutzen des Einzelhandels – in Szene setzen ließen. Auch die Initiativen der stadteigenen Kassel Marketing GmbH würden für Belebung und somit für Einkaufspublikum in Kassels Fußgängerzone sorgen. 

„Wir tun eine Menge für unsere Innenstadt. Aber nur mit vereinten Kräften bleibt sie attraktiv“, betonte Oberbürgermeister Christian Geselle. Dazu gehöre auch, dass sich möglichst viele Handels-Akteure an den Kosten der Weihnachtsbeleuchtung beteiligen, appellierte Geselle: „Alle, die von der guten Atmosphäre profitieren, sollten auch bereit sein, die Lasten gemeinsam zu schultern. Es geht nur gemeinsam.“ 

Weihnachtsmarkt Kassel 2018

Öffnungszeiten, Stände, Preise - hier finden Sie alles Wissenswerte rund um den Kasseler Märchenweihnachtsmarkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.