Einige machen sich vor Rückreise Sorgen - Stimmung aber insgesamt gut

Eingeschneit in Bayern und Österreich: Skifahrer aus der Region berichten aus Urlaubsorten

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Lassen sich auch von ständigem Schneefall nicht den Spaß verderben: Die Teilnehmer der Jugend-Skifreizeit der Stadtjugendarbeit und der Ahnatalschule Vellmar sind in Maria Alm (Österreich).

Derzeit versinken viele Skiurlauber aus Stadt und Kreis Kassel in Bayern und Österreich in den Schneemassen. Uns haben sie aus den Urlaubsorten berichtet.

Auch in Berchtesgaden, wo der Katastrophenfall ausgerufen wurde, findet noch bis zum heutigen Samstag eine Skifreizeit des Kreises statt. Weil mit dem Ende der Weihnachtsferien am Wochenende die Rückreise ansteht, machen sich viele Urlauber sorgen, ob sie überhaupt rechtzeitig nach Nordhessen zurückkommen.

In Schönau in Berchtesgaden, wo der Kreis das Freizeitheim „Panorama“ unterhält, ist die Lage trotz des vielen Schnees überschaubar, teilt Kreissprecher Harald Kühlborn mit. Für die Teilnehmer der aktuellen Skifreizeit bestehe keine Gefahr. Auch die Schneelast auf dem Dach des Freizeitheims werde permanent kontrolliert.

„Aktuell liegen auf dem Dach 30 bis 40 Zentimeter Schnee. Das ist noch im grünen Bereich“, sagt Marcus Habigt, Leiter des Hauses „Panorama“. Der Schnee bedeute für alle im Ort vor allem viel Arbeit und Zeitaufwand. Ansonsten gebe es aber kein ernsthaftes Problem.

Halbe Portion: Ein Kind vom Skiclub Helsa vor einem Schneeberg. Um das ganze Bild - und den ganzen Schneeberg - zu sehen, klicken Sie oben rechts. 

Andere Skiurlauber aus Stadt und Kreis Kassel, zu denen die HNA Kontakt aufgenommen hat, berichten Ähnliches aus ihren Skiorten. Zwar waren diese zum Teil tageweise von der Außenwelt abgeschnitten und konnten aufgrund der Lawinengefahr auch nicht immer und überall Skifahren, aber ansonsten war die Stimmung überall gut. Weil aber für Sonntag wieder stärkere Schneefälle angekündigt sind, überlegen einige, bereits einen Tag früher abzureisen. Die Sorge ist nicht unbegründet. So brauchte etwa der Skiclub Helsa für seine Anreise nach Österreich statt der veranschlagten acht Stunden insgesamt 52 Stunden. Grund war das heftige Schneetreiben.

Nach einer kurzen Wetterberuhigung sind für die Nordalpen ab Sonntag wieder stärkere Schneefälle gemeldet. In den Südalpen bleibt es meist trocken und sonnig.

Menschen aus Stadt und Kreis Kassel berichten aus Urlaubsorten

Wir haben mit einigen Urlaubern Kontakt aufgenommen und uns die Situation schildern lassen:

Montafon

25 Kasseler sind derzeit mit einer Familienskifreizeit der Bildungsakademie des Landesportbundes im österreichischen Montafon (Vorarlberg). „In unserem Skiort Gargellen waren wir bis zum Donnerstag eingeschlossen“, sagt Sven Rückebeil, Teilnehmer der Freizeit. Auch Skifahren sei wegen Lawinengefahr und schlechter Sicht zeitweise nicht möglich gewesen. „Jeden Tag hören wir hier die Lawinensprengungen.“ Seit Donnerstag seien die Pisten wieder geöffnet. „Heute herrscht wieder Kaiserwetter. Aber wir machen uns Sorgen um unsere für Sonntag geplante Rückfahrt. Es sind 50 Zentimeter Neuschnee angekündigt“, sagt Rückebeil. Deshalb überlegen die Kasseler, bereits am Samstag die Rückreise anzutreten.

Eingeschneit im Montafon: Die Reisegruppe aus Kassel muss vor der Abreise ihren Bus noch freischaufeln.

Berchtesgaden

Eine Skifreizeit des Landkreises Kassel findet derzeit in Berchtesgaden (Bayern) statt, wo aufgrund der Schneemassen der Katastrophenfall ausgerufen wurde. Für die Teilnehmer der Freizeit gebe es zwar Einschränkungen in Form von gesperrten Pisten, aber bisher keine ernsthaften Probleme, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Auch um das kreiseigene Haus „Panorama“ in Schönau, wo die Teilnehmer untergebracht sind, müsse man sich keine Sorgen machen. „Wir behalten die Schneelast im Auge und sind mit den Betreuern der Freizeit im Austausch“, so Kühlborn. Um die für den heutigen Samstag geplante Rückreise müsse man sich keine Sorgen machen. Schönau sei trotz der Schneemassen nicht abgeschnitten.

Schneelast ist noch kein Problem: Auf dem Haus „Panorama“ in Schönau (Berchtesgaden), das dem Landkreis Kassel gehört, liegen aktuell 40 Zentimeter Schnee,

Sölden

Janina Müller aus Kassel ist mit ihrer Mutter und ihrem Bruder zum Skifahren im österreichischem Sölden (Tirol). Die Familie übernachtet im nahegelegenen Längenfeld. „Einige Pisten und der komplette Gletscher sind gesperrt“, sagt Müller. Überall stünden Hinweisschilder, die Skifahrer aufgrund der sehr hohen Lawinengefahr davor warnten, abseits der offenen Pisten zu fahren. „Trotzdem gibt es wirklich einige, die das nicht ernst nehmen und querfeldein durch den Tiefschnee fahren.“ Die Familie macht sich keine Sorgen vor der Rückreise. „Wir haben momentan keine Bedenken, dass wir Sonntag zurückkommen. Und falls auf dem Fernpass doch zu viel Schnee liegt, haben wir Schneeketten dabei“, so Müller.

Maria Alm

40 Jugendliche und neun Betreuer aus Vellmar und dem Umland sind momentan im österreichischen Maria Alm. Und konnten dort bisher jeden Tag Ski im Skigebiet Hochkönig (Salzburger Land) fahren. „Natürlich gibt es Einschränkungen, aber wir haben es hier besser als anderswo getroffen“, sagt Betreuer Axel Rose. „Ich habe auch das Gefühl, da ist viel Hysterie dabei.“ Aber auch er, der seit 20 Jahren regelmäßig Skifreizeiten betreut, sagt: „So viel und häufig Neuschnee – das habe ich noch nie erlebt.“ Jeden Tag habe es geschneit, 1,70 Meter betrage die Schneehöhe im Tal inzwischen, 2,50 Meter auf dem Berg. Und machen die Nordhessen sich sorgen um die Rückreise am heutigen Samstag? „Das wird schon“, sagt Rose.

Saalbach-Hinterglemm

Seit einer Woche ist der Skiclub Helsa mit 51 Mitgliedern – darunter viele Familien mit Kindern – im südwestlich von Salzburg in den österreichischen Alpen gelegenen Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm in den Skiferien. Bereits die Anreise stand unter keinem guten Stern. Der Bus brauchte aufgrund des Schneetreibens 52 statt acht Stunden für die Hinfahrt.

Im Laufe der Woche entspannte sich die Lage jedoch. Die Helsaer konnten weitgehend sorgenfrei auf die Piste. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Für Saalbach-Hinterglemm besteht hohe Lawinengefahr abseits der gesicherten Pisten. Die Skiverbindung nach Fieberbrunn und viele Pisten sind geschlossen.

Hatten trotz des heftigen Schneefalls ihren Spaß im Skiurlaub in Saalbach-Hinterglemm: Kinder aus dem Skiclub Helsa am Tag vor der Abreise.

„Der Stimmung tut das aber keinen Abbruch“, versichert Manfred Schröder, Vorsitzender des Skiclubs. Man mache sich natürlich seine Gedanken – „gerade als Verantwortlicher“ – dass niemand von der Piste abkommt, aber bis auf den Tag im Bus habe man jeden Tag Ski fahren können. Dennoch: „Das war richtiger, tiefer Winter“, sagt Schröder. Bei Temperaturen von bis zu minus zwölf Grad liege der Schnee zwei Meter hoch. Am heutigen Samstag soll es früh zurück in Richtung Heimat gehen. Nachdem sich am Freitag sogar kurzzeitig die Sonne in Saalbach-Hinterglemm blicken ließ, haben die Helsaer Hoffnung, dass sie diesmal keine 52 Stunden im Bus verbringen müssen.

Aufruf: Haben Sie eindrucksvolle Fotos aus Ihrem schneereichen Winterurlaub aus den vergangenen Tagen? Dann schicken Sie diese gerne an kassel@hna.de. Die schönsten werden wir veröffentlichen. 

Auch eine Familie aus Guxhagen im Schwalm-Eder-Kreis hat es im Skiurlaub erwischt: Sie sind im Salzburger Land eingeschneit. 

Schneechaos: Alle Infos im Ticker

Unseren Sammelartikel mit allen Infos zum Winterchaos finden Sie hier. Wie das Wetter vor Ihrer Haustür wird, erfahren Sie immer aktuell auf HNA.de/wetter. 

Schneechaos: Informationen für Urlauber

Sollten Sie einen Ski- oder Winterurlaub geplant haben, haben wir hier alle Informationen, Fragen und Antworten zu den Rechten von Urlaubern zusammengestellt. Hier finden Sie eine Übersicht über die schönsten Ski-, Schlitten- und Langlaufpisten in der Region. 

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