Mehrere hundert Teilnehmer

Oppermann bei Gedenkstunde zu Pogromnacht in Göttingen: Wir schämen uns

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Gedenkstunde auf dem Platz der Synagoge in Göttingen: Mehrere hundert erinnerten an die Pogromnacht vor 80 Jahren. An dieser Stelle brannte die Synagoge. 

Göttingen. In einer bewegenden Gedenkstunde wurde am Freitag in den frühen Abendstunden auf dem Platz der Synagoge in Göttingen an die Pogromnacht vor 80 Jahren erinnert. Damals brannte das jüdische Gotteshaus nieder.

Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann (SPD) erinnerte an den Tag und sagte: „Dafür schämen wir Göttinger uns bis heute.“ Kurz nach 1 Uhr habe die Synagoge gebrannt und niemand habe geholfen, den Brand zu löschen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der 9. November wie kein anderer Tag die deutsche Geschichte geprägt habe.

Zuvor hatte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler mit Blick auf stärker werdende rechte Tendenzen in Deutschland deutlich gemacht: „Unsere Stadt bleibt bunt und vielfältig.“ Er beklagte, dass es in Deutschland ein Erstarken einer Politik gibt, die Gewalt und Hass schürt. Mit Blick auf die Nacht vor 80 Jahren sagte Köhler: Das Geschehene macht uns sprachlos, aber wir müssen immer wieder daran erinnern.“

Zuvor hatte Heiner J. Willen von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Teilnehmer der Göttinger Gedenkstunde begrüßt. Er beklagte, dass im Bundestag eine Fraktion vertreten sei, deren Parteivorsitzender die Hitler-Zeit relativiert habe: Die Nazis seien „nur ein Vogelschiss“ in 1000 Jahren deutscher Geschichte.

Auf der Flöte spielte Antje Vetterlein-Helm Werke von Astor Piazolla, Johann Sebastian Bach und Ernst Bloch. Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung sprachen Mitglieder der Jüdischen Gemeinde das Totengebet Kaddisch. 

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